Beharrlichkeit zahlt sich aus

Euphorisch - nur so lässt sich unsere Stimmung nach den Erlebnissen der vergangenen Tage beschreiben. Schließlich hatten wir nach all dieser Zeit, in der wir kein einziges Tier gesehen hatten, plötzlich so etwas wie einen Durchbruch mit gleich zwei Tieren auf einmal. Die Leidenschaft neu entfacht, mussten wir am darauf folgenden Wochenende natürlich sofort wieder einen Versuch starten. Und diesmal erwartete uns so etwas wie ein Jackpot.

Nach ungefähr einer Stunde erschien, völlig unangekündigt, ein Tier auf der Bildfläche. Doch anstatt seine Reise fortzusetzen, ließ es sich auf einem Geäst auf dem gegenüberliegenden Ufer nieder. Klingt zwar komisch, aber in so einer Situation schießt einem dann doch das Adrenalin in den Körper, wie bei einem Fallschirmsprung. Wie aus dem Nichts, völlig unerwartet, ergibt sich plötzlich die Situation, auf die man Wochen, ja gar Monate gewartet hat. Mit einem breiten Grinsen wurden die Auslöser durchgedrückt, die Stille wurde durch das Klackern unserer Kameras unterbrochen. Auch wenn das Ziel viele Meter entfernt ist, wenigstens eine der vielen Aufnahmen sollte doch wenigstens halbwegs scharf sein. Plötzlich flog der Eisvogel auf und wir dachten schon er sei weiter gezogen. Doch plötzlich war er wieder im Objektiv zu sehen…

Und siehe da - in einem unbeschreiblich kurzen Moment stürzte der kleine Flattermann ins Wasser, um ebenso schnell wieder am selben Ast mit einem kleinen Fisch im Schnabel wieder zu landen. Wir trauten unseren Augen kaum, als sich dieses Schauspiel noch einige Male wiederholten, bevor er seine Futterstelle und uns wieder verließ.

Doch die nächste Überraschung lies nicht lange auf sich warten. Einige Zeit später tauchte er erneut auf und beging weitere Tauchgänge. Um die Tiere beim Eintauchen zu erwischen, muss man schon vorab auf die Stelle zielen, in die sie wahrscheinlich eintauchen werden. Um es uns zu erleichtern, kommentierte Christian das Geschehen und gab die Richtung vor, in die der Vogel gerade schaute. Aufgeregt berichtete er Alexandra davon, wie das Tier gerade spektakulär eintauchte und frage, ob sie es auch gesehen hatte. Ungläubig antwortete diese, dass der Vogel doch noch auf dem Ast säße und sich nicht bewegt hatte. Erst zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass sich mittlerweile zwei Tiere niedergelassen hatten und wir bereits mehrere Minuten lang das jeweils andere Tier verfolgt hatten!

Auch bei unseren folgenden Besuchen konnten wir das selbe Schauspiel immer wieder beobachten und kamen so an weitere tolle Aufnahmen.

WildtiereChristianComment